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Paul Virilio und die Architektur

Virilio

Paul Virilio und die Architektur

 

 

 

Seminar Master/Diplom

dienstags, zweiwöchentlich

14.30 Uhr, Raum 211

 

Das Seminar ist auch für Studierende der Kunstgeschichte offen.

 

Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Dipl.-Ing. Manuela Gantner

 

Einführung: 21. Oktober

 

 

Das Seminar setzt sich mit den Arbeiten des französischen Architekten und Kulturtheoretikers Paul Virilio auseinander. Anhand von ausgewählten Schlüsseltexten wird Virilios medienarchäologischer Blick auf Strategien der Raumproduktion in unserer Gesellschaft diskutiert - ausgehend von seinen frühen Arbeiten über die Bunkeranlagen entlang der Atlantikküste und dem Begriff der „kryptischen Architektur“ (1966), seinen Büchern „Geschwindigkeit und Politik“ (1977), „Krieg und Kino“ (1984), „Logistik der Wahrnehmung“ (1984), „Ästhetik des Verschwindens“ (1989), den „Strategien der Täuschung“ im Zeitalter der Information (2000) und der „Panischen Stadt“ (2007). Scharfsinnig und zugleich sprachmächtig erforscht Virilio die Komplexität aktueller Ereignisse und hinterfragt dabei die bildpolitischen Strategien von Kriegen und Katastrophen einer längst global operierenden Mediengesellschaft. Virilio tritt dabei nicht als Philosoph im klassischen Sinne auf. Statt methodisch auf wissenschaftlicher Exaktheit oder systematischen Schlussfolgerungen zu beharren, zerlegt er Begriffe und Bilder vielmehr assoziativ und fügt sie zu literarischen, teils widersprüchlich erscheinenden und aus mehrdeutigen Anspielungen aufgebauten Theoriegebilden zusammen. Pointiert gesagt: Anstelle von definitorischer Strenge propagiert Virilio ein kritisches Denken der Narration, Komplexität und intellektuellen Unschärfen.

 

Die Veranstaltung ist als Lektüreseminar konzipiert. Im Vordergrund steht die intensive Auseinandersetzung mit dem Werk eines der schillerndsten und streitbarsten Denker des zeitgenössischen Architekturdiskurses. Ziel ist es - mit Blick auf die sozialen, technischen und kulturellen Bedingungen der architektonischen Praxis – sich begriffliche Kartierungen der Gegenwart zu erarbeiten und nach den Grundlagen einer zeitgenössischen Theorie der Architektur zu fragen.

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