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Updating Futurism

 

Welche Zukunft hat die Zukunft?  

Entwurf ist Projektion. Entwurf ist Reflexion. Entwurf ist Kritik. Beim Entwerfen gestalten wir die Welt von morgen, auf der Basis der Welt von heute. Das gedankliche Abenteuer „Zukunft“, welches hierbei entsteht, ist eng an die gesellschaftlichen Vorstellungen und Befindlichkeiten der Gegenwart geknüpft — als Spiegelbild sozialer, technischer, politischer, und wissenschaftlicher Entwicklungen und Ideale, von Hoffnungen und Ängsten, Sehnsüchten und Krisen. Für die Architektur stellt der Begriff der Zukunft daher eine der kostbarsten schöpferischen Ressourcen dar. 

Während der gegenwärtige Diskurs um die Zukunft von Begriffen der Krise und der Katastrophe dominiert wird,  werden von den Großkonzernen und Kapitalgebern des Silicon Valley neue und mächtige Bilder generiert. Zukunft wird hierbei zu einem Produkt der Industrie erklärt, bei dem es schon längst nicht mehr um die Hoffnung auf das Schöne, Wahre und Gute, sondern einzig um die Produktion und Auswertung von Daten geht: Erlebnis ersetzt den Besitz, Inszenierung die Wahrheitsfindung. Die uns vertraute Dialektik von digital und analog wird hierbei obsolet. Stattdessen bilden sich medienästhetische und technowissenschaftliche Denkkollektive, sowie neue Zeit- und Raumbegriffe, mit denen sich auch die Architektur auseinandersetzen muss — jedoch keineswegs um abermals der historischen und altbekannten Frage nach der Digitalisierung des Entwerfens nachzugehen. Es geht um mehr. Es geht um die Entwicklung einer neuen intellektuellen Lebendigkeit und diskursiven Originalität, um nach den Möglichkeiten und Handlungsfeldern, aber auch nach den Grenzen des architektonischen Denkens für die gestalterische Reformulierung jenes komplexen und widersprüchlichen Gewebes zu fragen, das wir „Zukunft“ nennen. Pointiert formuliert: Welche Zukunft hat die Zukunft? Und welche Zukunft hat die Architektur?
 
Prof. Dr. Georg Vrachliotis
Dipl.Ing. Bernita Le Gerrette
 
freitags wöchentlich
11:30 - 13:00
 
Einführung: 21.10.2016,
11:30, Grüne Grotte
 
Das Seminar ist für Studierende des Studiengangs Kunstgeschichte offen.
 
 
in der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Raum 112, Großer Seminarraum Kunstwissenschaft
 
Gäste
PD Dr. Daniel Hornuff, Sandra Meireis, Oliver Rack, Prof. Dr. Angelika Schnell und Hon. Prof. Meike Weber
 
unterstützt von der ALBRECHT JUNG GmbH und Co. KG