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Öffnungszeiten Sekretariat
Di. - Do.  9:00 - 12:00 Uhr

Seminare, Streiks und Tweets – Wie politisch ist Universität?

Seminars, Strikes and Tweets – Questioning the University as Political Space

 

Dipl.-Ing. Manuela Gantner

Dipl.-Ing. Bernita Le Gerrette

 

Wahlfach Bachelor und Master

4 ECTS

dienstags, 14-tägig, 10:00–13:00 Uhr, Raum 258

1. Treffen: 17.04.2017, 11:30, Raum 258

 

Pflichtexkursion

Das Seminar ist für Studierende der Kunstgeschichte offen.

 

10 Plätze Masterstudierende

10 Plätze Bachelorstudierende

 

Bildungsfragen sind zwangsläufig Zukunftsfragen. Dabei geht es um mehr als um die Aneignung brauchbarer Fähigkeiten. Vielmehr werden bereits die Grundzüge und Werte der Welt von morgen mitgedacht und vorskizziert. Das macht die Universität seit jeher zu einem zentralen Verhandlungsraum gesellschaftspolitischer Belange. Sie wird zum umkämpften Raum, wenn technologische, wissenschaftliche oder soziale Veränderungen Widersprüche und Reibungen erzeugen, die von den bestehenden Institutionen nicht hinlänglich beantwortet oder berücksichtigt werden können. Es kommt zum Protest.

Die Wirkmacht der Bilder von der Studentenrevolte und den Hochschulstreiks rund um das Jahr 1968 ist auch heute – nach 50 Jahren – allgegenwärtig. Die damaligen Protagonisten kämpften an vielen Fronten: gegen den westlichen Imperialismus, gegen den Vietnamkrieg, gegen den Bildungsnotstand und gegen den Kapitalismus. Im akademischen Kontext neigt sich die Deutungshoheit der 68er-Generation über ihre eigene Geschichte nach einem halben Jahrhundert dem Ende zu. Trotzdem – oder gerade deshalb – lohnt es sich, Fragen nach der Wirkung und der Relevanz genauso wie nach zeitgemäßen Formen des Widerstands und der Teilhabe an den gesellschaftlichen Prozessen zu stellen: Taugen Universitäten als Ort des kritischen Denkens noch als Ausgangspunkt einer Bewegung für eine offene Gesellschaft, für eine Revitalisierung der Demokratie, für einen emanzipativen Einsatz digitaler Technologien? Wer sind die Gegner der 2018er-Generation, was sind die Bedürfnisse, die artikuliert werden müssen? Und welche Rolle kommt dabei möglicherweise der Architektur und den Architekturfakultäten zu?

Im Seminar untersuchen und besprechen wir alte und neue Formate der Gegenkultur, um die Diskurshoheit über die Themen der Zukunft nicht in den Händen von Altrebellen zu belassen.