Metaphern strukturieren unser Denken über den architektonischen Raum durch Bilder. Die Art und Weise, wie man beim Entwerfen über die Umwelt nachdenkt, sie wahrnimmt, beschreibt und interpretiert, ist durch eine Fülle von bildlichen Analogien, Gleichnissen, Sinnbildern, Übertragungen und Anspielungen geprägt. Es entstehen Erzählungen von Räumen, ihren Atmosphären, Formen und Funktionen - ob als Körper, Kristall, Maschine, Möbel, Virus oder Zelle. Es lässt sich kaum leugnen: Metaphern operieren als eine subtile und verführerische, doch äußerst effektive Form des architektonischen Wissens. Die Effektivität und Produktivität von Metaphern ergibt sich zum einen aus der Geschichtlichkeit ihres Gebrauchs, zum anderen aus dem theoretischen Wandel der Bildvorstellungen, die mit ihnen assoziiert werden. Entscheidend ist nicht die metaphorische Wechselwirkung zwischen Bild und Raum, sondern die zwischen Bild und der jeweiligen sozialen, technischen oder politischen Vorstellung von Raum.
Das Seminar fragt
nach dem Potential, aber auch nach den Grenzen von Metaphern für die
Architektur. Was sind Metaphern und wie funktionieren sie? Welche
konzeptionellen Vorstellungen von Architektur sind mit welchen Metaphern
verbunden? Wie hängen architektonisches Denken und metaphorisches Wissen
zusammen? Und wie beeinflussen Metaphern den Entwurfsprozess?




