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Versorgungsarchitekturen. Geschichte und Theorie von Infrastrukturnetzen in Europa

Forschungsprojekt - Dr. Georg Vrachliotis

Wo es Infrastruktur gibt, gilt der Raum als technisch erschlossen. Im 19. Jahrhundert hatten natürliche Räume neue Strukturen erhalten, die in erster Linie von technischen Netzwerken konstruiert und organisiert wurden: Karten, Diagramme und Graphen brachten Gebäude, Städte und Landschaften dabei topographisch in einen systematischen Zusammenhang, Verkehrs- und Versorgungssysteme veränderten die Erreichbarkeit und damit die Bedeutung von Ortschaften grundlegend und Kommunikationssysteme ordneten Daten- und Informationsflüsse und kontrollierten Wissen als neue gesellschaftliche Ressource. Diese infrastrukturelle Vernetzung des Raumes brachte nicht nur neue Wahrnehmungsformen von Architektur und Stadt hervor, sondern legte auch die Grundlagen für eine wissenschaftliche Erforschung der gebauten Umwelt als Modellierung und Simulation. Infrastrukturen sollen jedoch nicht nur als rein technische Artefakte und Systeme, sondern – so auch der Ansatz des Forschungsprojektes – vielmehr als kulturelle „Integrationsmedien“ der gebauten Umwelt (Dirk van Laak) verstanden werden. Sie bedingen sozialen Wandel, prägen die Gestaltung von Gebäude-, Stadt- und Landschaftsbildern, verwalten den Grad an mobilen Verfügbarkeiten des urbanen Lebensraumes und fungieren als grundlegende Parameter der architektonischen und städtebaulichen Planung.

Ziel des Projektes ist die theoretische und begriffliche Präzisierung der Schnittstellen zwischen Architektur- und Infrastrukturgeschichte sowie die Erörterung der Frage, wie ein architektonischer Blick auf Infrastrukturen sowohl zu einer erweiterten Lesart der gebauten Umwelt, als auch zu einem erweiterten Verständnis von Architekturgeschichte führen kann.

Das Projekt wird gefördert durch das KIT Kompetenzfeld „Erde und Umwelt“.