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Mo. - Fr.  9 a.m. - 12 p.m.

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Californication. Von Gehry zu Google

Gehry

Californication. Von Gehry zu Google

 

 

 

Seminar Bachelor

freitags, wöchentlich

9.45 – 11.15 Uhr, Grüne Grotte

 

Das Seminar ist für Studierende der Kunstgeschichte offen.

 

Prof. Dr. Georg Vrachliotis

Dipl.-Ing. Bernita Le Gerrette

 

Einführung: 24. Oktober

 

 

 

Das Seminar widmet sich der Geschichte Kaliforniens als industrieller und kultureller Mythos der heutigen Informationsgesellschaft. Ein dichtes Netz aus Eliteuniversitäten, Entertainment, Kunstmarkt, Internetkonzernen, Rüstungsindustrie und einer vollkommen auf Konsum angelegten Privatwirtschaft bilden das historische Fundament für eine der einflussreichsten und mächtigsten Kulturindustrien der Gegenwart.

 

Als Begriff geht „California“ weit über den Namen des US-amerikanischen Bundesstaates hinaus und reicht bis in die Sphären des Fiktiven. Mit ihm ist ein Spektrum historisch codierter Weltbilder verbunden, die sich zwischen Utopie und Dystopie bewegen und deren Faszination mit einer Vielzahl unterschiedlicher Träume und Sehnsüchte verbunden ist: der ökologischen Gegenkultur der Hippies, dem Glamour von Hollywood und Disney, dem Fortschrittsglauben im Silicon Valley, den logistischen Landschaften der endlosen Freeways, - aber auch von Migration, Flüchtlingen, sozialen Unruhen in den Armenvierteln der Großstädte und dem Anblick von Hochsicherheitszäunen an den Grenzen zu Mexiko. Kalifornien zeigt sich als Denkkollektiv des Unkonventionellen und der Extreme. Zentral für das kulturelle Verständnis von Kalifornien als legendären Ort des digitalen Zeitalters, ist jedoch vor allen Dingen die Entwicklungsgeschichte der Industrie. Diese hat sich von der Produktion physischer Güter gelöst und auf die Programmierung und Ökonomisierung virtueller Prozesse spezialisiert. Es ist der Beginn der sogenannten post-industriellen Dienstleistungsgesellschaft. Die Folgen dieses radikalen Wandels zeigen sind nicht nur in einer Technisierung, sondern auch einer subtilen Ästhetisierung der Alltagswelt. Das betrifft auch die Architektur. Ob die eleganten Wohnhäuser von Rudolf Schindler, Richard Neutra, Pierre Koenig und John Lautner, die Case Study Houses von Ray und Charles Eames, die Konstruktionen von Konrad Wachsmann oder die amorphe Formensprache von Frank Gehry - Kalifornien gilt als Wegbereiter der modernen amerikanischen Architektur und inspiriert bis heute ganze Generationen von Architekten, Designern und Künstlern.

 

Die Veranstaltung ist als intensives Recherche- und Diskussionsseminar konzipiert. Ziel ist es, sich kritisch mit den unterschiedlichen architektonischen Strategien, Konzepten und Theorien auseinanderzusetzen, die mit der Kulturindustrie Kaliforniens verbunden sind. Es geht um nichts Geringeres als um eine breitangelegte architekturgeschichtliche und medienarchäologische Spurensuche nach den Anfängen unserer heutigen Netzwerkgesellschaft.