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Secretariat Opening Hours
Mo. - Fr.  9 a.m. - 12 p.m.

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Philosophie des ökonomischen Raums

Oekonomie

Vom Haben zum Sein?

Wahlfach im Bachelor (4 ECTS)
freitags, 9:45 – 11:15 Uhr
Raum R 104 Grüne Grotte

Das Seminar ist auch für Studierende der Kunstgeschichte offen.

Prof. Dr. Georg Vrachliotis
Dipl.-Ing. Manuela Gantner
Dipl.-Ing. Maria Millan

1. Treffen 23.10.2015


Mit der Ökonomie, so behauptet der Philosoph Giorgio Agamben, «tritt das menschliche Leben in die Sphäre der Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge ein». Es ist das aktuelle Unbehagen über die fortschreitende Kommerzialisierung und die scheinbar totale ökonomische Verwertung der Welt, die Agamben damit hervorzuheben versucht. Doch was bedeutet Agambens Behauptung für den gegenwärtigen Architekturdiskurs?

Je mehr wir die Ökonomisierung der Welt kritisieren, umso mehr müssen wir uns eingestehen, dass der architektonische Raum ohne den ökonomischen Raum nicht zu denken ist. Zeit und Aufmerksamkeit gelten als Zahlungsmittel und Ware.

Pointiert formuliert: Die Produktion der materiellen Umwelt geht immer auch mit einer immateriellen Ordnung einher: Vom städtebaulichen Raster bis zur funktionalistischen Ästhetik der Moderne, dem technischen Effektivitätsdenken des Industriellen Bauens oder der digitalen Auswertung unseres alltäglichen Verhaltens.

Es ist daher kein Zufall, dass in Zeiten der Globalisierung mit der Kultur der Teilhabe und des Teilens immer auch die Hoffnung auf eine Rückbesinnung auf regionale und lokale Werte verbunden ist. Zunehmend rückt hierbei die Entwicklung neuer Strategien der Dezentralisierung von Dienstleistungen und Wissen als politische Grundlage für eine alternative Gegenökonomie in den Vordergrund. Für die Architektur bedeutet dies nichts Geringeres als die Neuausrichtung des architektonischen Denkens zu Beginn eines Kulturwandels, der die soziale Tiefenstruktur der Gesellschaft durchdringt.

Das Seminar ist als Lektüreseminar konzipiert. Ausgehend von aktuellen Debatten steht die intensive Diskussion von ausgewählten Theorien des ökonomischen Denkens aus Philosophie, Soziologie und den Kulturwissenschaften im Vordergrund.