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"Szenographische Landschaften"

Sommersemester 2010
Landschaft

Architektur scheint zu einem maßgeblichen Schöpfer urbaner Szenografien geworden zu sein. Durch sie entwickeln sich zentrale Standorte zu kommerziellen und kulturellen Magneten. Sogar die Identität von Städten soll durch sie gestiftet werden. Bereits die Postmoderne hatte diesen Anspruch auf die architektonische Definition des Genius Loci erhoben. Architektur, so ihr Credo, sei das räumlich-ästhetische Medium der Urbanität, mehr als nur Container für den Konsum, sei es nun die Mall, das Kino, das Museum oder die Konzerthalle.
Architektur entwickelt sich seitdem zusehends zum konsumierbaren Objekt: Konsumkultur benötigt Aufmerksamkeit und Architektur kann diesen Rahmen bereitstellen. Markenpolarisierung als Teil dieser Kultur, ist auf dem Weg als neue Strategie von Stadtplanung zu fungieren.
In unserer Veranstaltungsreihe „Szenografische Landschaften“ geht es um die Rolle von Architektur als Identitätsstifter für Raum, für urbane Landschaften. Als Shakespeare sein berühmtes „all the world´s a stage“ manifestierte, da hatte er für den Architekten die Rolle des Bühnenbildners reserviert. Das urbane Drama unserer Zeit verlangt dem Architekten und Stadtplaner nun aber augenscheinlich mehr ab.
Betrachtet man die richtungweisenden  Wirkungen einer Piazza der Renaissance, eines englischen Landschaftsgartens aus dem 18. Jahrhundert, der Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts oder der Themenparks des 20. Jahrhunderts, so scheint sich die Aufgabe der Architektur durch Kreation von Traumwelten zu definieren - welche manchmal auch in Horrorszenarien umschlagen können.
Die Fusion von Konsum und Unterhaltung in einer gestalteten, kontrollierten Kulisse und damit verbundener künstlicher Atmosphäre, ist wohl eine zweischneidige Errungenschaft. Das verführerische Antlitz des Architekten als urbaner Romeo lässt ihn hoffen auf mehr, etwa als Autor des Drehbuchs zu wirken, als eine Art Shakespeare. Werden wir, als Einwohner der Stadt, am Ende nur die Rolle spielen die uns die Regisseure Rem oder Zaha zugeteilt haben? Am Potsdamer Platz, mehr noch in der Autostadt Wolfsburg sind wir die ersten Schauspieler, die sogar dafür bezahlen, Teil der Show „Urbanität“ zu sein. Genau das hatte Charles Moore schon in den 60er Jahren richtig beobachtet: “You have to pay for the public life“. Kurze Zeit später wurde er zu einem der Protagonisten der Postmoderne.
Wie weit greift dieses Thema wirklich in städteplanerische Bereiche, welche Methoden werden angewandt? Entwickelt sich womöglich eine neue Philosophie? Wo liegen die beabsichtigten, vor allem aber die unbeabsichtigten Folgen dieser „szenografischen Landschaften“? Durch was genau unterscheiden sich Düsseldorf und Disneyland?

Podiumsdiskussionen

07.06.2010
Gesa Mueller von der Haegen, Architektin / Szenografin, Karlsruhe
Stephan Trüby, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich/CH

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14.06.2010
Édouard François, Édouard François Architecte, Paris/F
HG Merz, hg merz architekten museumsgestalter, Stuttgart, Berlin

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28.06.2010
Wolfgang Ullrich, Kunstwissenschaft und Medientheorie, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Ludwig Wappner, Allmann Sattler Wappner Architekten, München

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05.07.2010
Enrique Sobejano, Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid/E
Donatella Fioretti, Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin

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12.07.2010
Christian Welzbacher, Kritiker / Publizist, Berlin
Manuel Herz, Manuel Herz Architects, Basel/CH
Eyal Weizman, Research Centre, London/UK


Moderation
Werner Sewing, Fachgebiet Architekturtheorie, Fakultät Architektur, KIT

Ort
Foyer vor dem Hörsaal Egon Eiermann, Geb. 20.40, Englerstraße 7, D-76131 Karlsruhe

Termin
Jeweils Montags, 18 Uhr

Mit freundlicher Unterstützung
Architektenkammer Baden-Württemberg, archithese, Förderverein Baukultur, Paul Feederle GmbH, Kulturstiftung Pro Spanien, Kulturstiftung Pro Helvetia, sedus, SSS Siedle, Karlsruher Universitätsgesellschaft, Stadt Plätzchen, Hotel am Markt, Buchhandlung am Kronenplatz