Architekturtheorie
Die Prozesse, die großmaßstäblich gebaute Umwelten formen bedürfen kritischer Analyse. Gelesen durch ihre gesellschaftliche Wirkung werden bürokratische und (proto-)digitale Entwurfsprozesse vielschichtig und intersektional verstanden. Dazu gehört die kritische Durchleuchtung technophiler Rhetorik von Effizienz, Rationalisierung, Präzision oder Funktion genauso wie die Weitung von Aktanten-Kreisen oder die Betrachtung von Konsequenzen architektonischen Handelns. Dabei stehen die dringenden Fragen unserer Disziplin nach Nachhaltigkeit (auch jenseits technizistischen Fortschrittsglaubens) oder Diversität (als echter Perspektivenwechsel, wissenschaftlich wie in der Praxis) im Vordergrund. Die Fragen, die uns beschäftigen, sind deshalb folgende: wer erzeugt welche Architekturen mit welcher (sozialen, politischen oder ästhetischen) Intention? Auf wessen Kosten werden sie produziert? Wer und was wird beteiligt oder ausgeschlossen? Welche gesellschaftlichen Bilder werden konstruiert, und welche Architekturen werden von Gesellschaften projiziert? In Lehre und Forschung vertiefen wir ausgewählte Fragestellungen methodisch und thematisch, immer eng verbunden mit Lese- und Schreibpraxis durch iterative Textproduktion und durch das Heranführen an multiperspektivische Bibliographien und Formate. Denn Architekturen, oder besser, räumliche Praktiken gestalten Umwelten mitten in Communities und Gesellschaften. Die damit einhergehende Verantwortung macht eine fundierte kritische historische und theoretische Auseinandersetzung notwendig.
Prof. Dr. Anna-Maria Meister, 2023

Am 1. April ist der neue Artikel von Dr. Tom Wilkinson im Apollo Magazine erschienen. Er beschäftigt sich mit der Erweiterung des MASP, entworfen von Metro Arquitetos Associados, in São Paulo und der Frage welche Bedeutung diese für das Museum hat.
"Museum extensions are a seemingly unstoppable phenomenon. In London, the National Gallery is planning a whole new wing, architects to be determined. MoMA is the undisputed global leader in this field, having now grown to occupy nearly an entire city block. Whether this expansionary zeal can be justified by the quality of the works they are currently unable to display remains to be seen. The new extension to the São Paulo Museum of Art (MASP) is part of this tendency but also departs from it in some important ways..."
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Ein Abend mit exklusiver Vorab-Einführung zum Auftakt der Veranstaltung „Disabled Legacies: Beyond Access and Inclusion“ am 12.03.2026 von 17:00 - 19:30Uhr. Nehmen Sie an einer Führung durch die vom Paul Mellon Centre (PMC) präsentierte Ausstellung "Misfits: Disability as Method Through Objects" teil, kuratiert von Virginia Marano. Virginia steht für Fragen zur Verfügung und spricht über die Exponate und Ideen der Ausstellung. Im Anschluss folgt ein informeller Vortrag des Künstlers Tony Heaton, und der Abend endet mit einem Empfang.
„Misfits“ zeigt Kunstwerke von Sarah Biffin, Lorenza Böttner, Jesse Darling, Tony Heaton, Martha Ann Honeywell, Tom Olin, Donald Rodney, Michael Stahlberg und Kurt Weston. Die Ausstellung präsentiert Malerei, Skulptur, Fotografie, Film und Archivmaterial vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dieses Projekt wurde von Virginia Marano (Technische Universität Karlsruhe) im Rahmen der Frühjahrsausgabe von "What Is Research Now?" kuratiert.
Bei Fragen zur Barrierefreiheit oder zu den Veranstaltungsdetails senden Sie bitte eine E-Mail an events@paul-mellon-centre.ac.uk
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Die öffentlichen Vorträge, die Teil eines vom Fachbereich Architektur-Theorie-Geschichte der RPTU-Universität Kaiserslautern-Landau organisierten Workshops sind, hinterfragen koloniale Machtverhältnisse, hegemoniale Strukturen sowie Ungleichheiten und Ausgrenzungen in Wissenssystemen und Bildungspraktiken und -institutionen.
Prof. Dr. Anna-Maria Meister wird in diesem Zusammenhang über "Institutionality and/or Radicality" von 16:45-17:30 sprechen.
Datum: Donnerstag, 12.03.2026, 13:00–20:00
Ort: Aedes, Christinenstr. 18–19, 10119 Berlin
Registrierung für die öffentlichen Vorträge: www.eventbrite.de
Das Event wird auf Englisch abgehalten. Eintritt frei.
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Vom 2. bis 4. März 2026 diskutieren Forschende am saai in Karlsruhe, wie langsame und algorithmische Metadaten die Wissensordnungen von Archiven prägen. Der Workshop fragt, wie Übersetzungsprozesse Bias verstärken oder aufbrechen – und was das für zukünftige „intelligente“ Archive bedeutet.

Wir laden Euch herzlich zum Data Talk - Digital Archives: Loss, Grievances and Temporalities ein!
Mit
Prof. Dr. Anna-Maria Meister, Professorin für Architekturtheorie am KIT Karlsruhe und Ko-Direktorin des saai Archivs sowie Leiterin der Lise-Meitner-Gruppe Coded Objects am Kunsthistorischen Institut in Florenz (KHI)
Dr. Teresa Fankhänel, Kuratorin am Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt am Main und Chefredakteurin der Architectural Exhibition Review
26. Februar, 18:00 Uhr
Architekturmuseum der TUM, Pinakothek der Moderne
Teil des Begleitprogramms der Ausstellung City in the Cloud - Data on the Ground.
Konzept & Realisierung: Damjan Kokalevski, Sarolta Szatmári
Um sich für den Data Talk anzumelden, sendet bitte eine E-Mail an anmeldung@architekturmuseum.de. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Misfits, kuratiert von Virginia Marano (Karlsruher Institut für Technologie) als Teil der Frühjahrsausgabe von What Is Research Now?, vereint Malerei, Skulptur, Fotografie, Film und Archivmaterial vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart mit Werken von Sarah Biffin, Lorenza Böttner, Jesse Darling, Tony Heaton, Martha Ann Honeywell, Tom Olin, Donald Rodney, Michael Stahlberg und Kurt Weston.
Der Abend beginnt mit einer exklusiven Vorschau auf die Veranstaltung „Disabled Legacies: Beyond Access and Inclusion“ (Behindertenerbe: Jenseits von Zugang und Inklusion) mit einer Führung durch die Ausstellung „Misfits: Disability as Method Through Objects“ (Außenseiter: Behinderung als Methode anhand von Objekten) im Paul Mellon Centre, kuratiert von Virginia Marano, die für Gespräche über die Ausstellung und Fragen zur Verfügung stehen wird. Anschließend folgt ein informeller Vortrag des Künstlers Keith Piper über das Leben und Werk von Donald Rodney, dessen Werke in der Ausstellung zu sehen sind. Die Veranstaltung endet mit einem Empfang.
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Tinatin Gurgenidze ist Architektin, Kuratorin und Forscherin mit Sitz in Berlin. Sie ist Mitbegründerin und Kuratorin der Tbilisi Architecture Biennial. Ihre Forschungsschwerpunkte sind postsozialistischer Massenwohnungsbau und alltägliche urbane Praktiken. Tinatin war Mitkuratorin des georgischen Pavillons auf der Architekturbiennale in Venedig und Jurymitglied der EUmies Awards. Derzeit lehrt sie Architekturtheorie am Karlsruher Institut für Technologie und veröffentlicht international zu Themen der Architektur, mit besonderem Schwerpunkt auf dem postsozialistischen urbanen Kontext.

Wir wollen Architekturtheorie greifbar machen, in dem wir sie ausstellen, gemeinsam diskutieren und im Karlsruher Stadtraum zeigen! Dafür laden wir am 6.2.2026 von 17:00 Uhr bis 20:00 Uhr wieder ins Architekturschaufenster zu „AT goes A SF“ ein: ein Abend, an dem wir Erkenntnisse, Fragen und Ideen aus unseren Lehrveranstaltungen mit Studierenden und Gästen diskutieren wollen. Dabei bewegen wir uns durch diverse Maßstäbe, Kategorien und Kontexte: wir erarbeiten Schlüsselbegriffe der Architekturtheorie, lesen Kritische Theorie, untersuchen die verschiedenen Maßstäbe architektonischer Objekte, setzen uns mit der Kultur der Badeeinrichtungen auseinander, analysieren Architekturen der politischen Entscheidungsfindung und gehen in den Bundesgerichtshof, und forschen in florentinischen Archiven. Architekturtheorie verstehen wir dabei als verbindende kritische Praxis – und freuen uns auf lebhaften Austausch!

Simone C Niquille ist eine Schweizer Designerin und Forscherin mit Sitz in Amsterdam, Niederlande. Über ihr Studio Technoflesh produziert sie Filme und Texte, die sich mit Computern als neuer Optik befassen. Ihre Arbeit beschäftigt sich mit Bildtechnologien, den von ihnen erzeugten Bildern und den von ihnen geschaffenen Welten – von Computer Vision, 3D-Animation und computergestützter Fotografie bis hin zu synthetischen Trainingsdatensätzen. Ihre Arbeit setzt sich für nicht-binäre Technologien ein und wendet sich gegen maschinelles Lernen als Instrument zur Validierung und Instrumentalisierung von Annahmen und zur Reduzierung der Realität.
technoflash Studio

Virginia Marano ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. In ihrer Arbeit befasst sie sich kritisch mit zeitgenössischer Kunst aus der Perspektive der Disability Studies sowie der Geschichte von Architektur und Design. Derzeit ist sie Junior Research Fellow im Young Investigator Group Preparation Program (YIG Prep Pro) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie Assozierte Wissenschaftlerin der Lise-Meitner-Gruppe „Coded Objects“, geleitet von Anna-Maria Meister am Kunsthistorischen Institut in Florenz – Max-Planck-Institut.
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Diese Fallstudie untersucht, wie zwei Gebäude der deutschen Botschaft in Washington, DC, durch ihre Architektur die sich wandelnde nationale Identität und diplomatische Selbstdarstellung widerspiegeln. Das 1964 von Egon Eiermann entworfene Kanzleigebäude mit seinem zurückhaltenden modernistischen Design verkörperte den Wunsch der Nachkriegszeit in Westdeutschland, Zurückhaltung und technologische Raffinesse zu demonstrieren und sich gleichzeitig vom Neoklassizismus der Nazizeit zu distanzieren. Im Gegensatz dazu repräsentiert die 1994 von Oswald Matthias Ungers entworfene Residenz des Botschafters mit ihren klassischen Säulen und ihrer imposanten Form ein selbstbewussteres wiedervereinigtes Deutschland, obwohl ihre architektonischen Entscheidungen aufgrund historischer Assoziationen Kontroversen auslösten. Der Fall zeigt, wie die Architektur von Botschaften als „Visitenkarte” für Nationen dient und Veränderungen im diplomatischen Selbstverständnis sowie die komplexe Beziehung zwischen architektonischem Stil und politischer Ideologie offenbart.
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