Architekturtheorie

Die Prozesse, die großmaßstäblich gebaute Umwelten formen bedürfen kritischer Analyse. Gelesen durch ihre gesellschaftliche Wirkung werden bürokratische und (proto-)digitale Entwurfsprozesse vielschichtig und intersektional verstanden. Dazu gehört die kritische Durchleuchtung technophiler Rhetorik von Effizienz, Rationalisierung, Präzision oder Funktion genauso wie die Weitung von Aktanten-Kreisen oder die Betrachtung von Konsequenzen architektonischen Handelns. Dabei stehen die dringenden Fragen unserer Disziplin nach Nachhaltigkeit (auch jenseits technizistischen Fortschrittsglaubens) oder Diversität (als echter Perspektivenwechsel, wissenschaftlich wie in der Praxis) im Vordergrund. Die Fragen, die uns beschäftigen, sind deshalb folgende: wer erzeugt welche Architekturen mit welcher (sozialen, politischen oder ästhetischen) Intention? Auf wessen Kosten werden sie produziert? Wer und was wird beteiligt oder ausgeschlossen? Welche gesellschaftlichen Bilder werden konstruiert, und welche Architekturen werden von Gesellschaften projiziert? In Lehre und Forschung vertiefen wir ausgewählte Fragestellungen methodisch und thematisch, immer eng verbunden mit Lese- und Schreibpraxis durch iterative Textproduktion und durch das Heranführen an multiperspektivische Bibliographien und Formate. Denn Architekturen, oder besser, räumliche Praktiken gestalten Umwelten mitten in Communities und Gesellschaften. Die damit einhergehende Verantwortung macht eine fundierte kritische historische und theoretische Auseinandersetzung notwendig.

Prof. Dr. Anna-Maria Meister, 2023

Neuigkeiten

Theory Clinic 2026 1
Theory Clinic

MA und BA Studierende! Braucht ihr Hilfe bei euren Essays oder Abschlussarbeiten? Komm am 05. Mai, von 14 bis 16 Uhr in Raum 240 (Seminarraum Baukonstruktion und Entwerfen, Konstruieren und Entwerfen) zu unserer THEORY CLINIC und wir helfen Dir, wieder in den Fluss der Dinge zu kommen! 

 

Viermal im Semester bieten wir unsere „Theory Clinic“ an: Kommt ohne Termin vorbei, um euren Designprozess zu besprechen. Wir bieten Referenzen, Kommentare und Feedback zu den neuralgischen Punkten in offenen Tischkritiken – völlig unvoreingenommen. Laufkundschaft ist willkommen!

Architecture_Computing
Call for Papers: Architecture_Computing

All architectural workers know it. That feeling you get behind your eyes after staring at Revit or Rhino for too long. Working overtime with computer fans raging against the digital entities you manipulate, themselves shadows of the information shared on some shadowy server. Emails whizz back and forth, networking the whole globe into the ecology of architectural production as building materials and digital commodities circulate from “sacrifice zones” to architectural offices, consultant workspaces and construction sites. This moment of intensified global digitalisation offers an opportunity to re-evaluate and reflect on architecture’s encounters with, and imbrications in, digital technologies.

 

Format:

The conference will take place at Karlsruhe Institute of Technology (KIT) in Karlsruhe, Germany. It is planned as a 1.5 day, single-stream in person event, structured around three thematic blocks (morning and afternoon), each combining short paper presentations with discussion.

 

Submissions:

Please submit an abstract of 300 words, along with one image and a short biographical note (100 words) as a single pdf, to joshua.silver@kit.edu by May 20, 2026. Acceptance notifications will be sent by early June. The conference is planned for early September.

 

We will work towards developing these papers toward a publication.

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Awarded Virginia
Virginia Marano erhält die 2026 Scott Opler Emerging Scholar Fellowship von der Society of Architectural Historians Annual Conference.

Wir freuen uns verkündigen zu dürfen, dass YIG Prep Pro Junior Research Fellow Dr. Virginia Marano mit der 2026 Scott Opler Emerging Scholar Fellowship ausgezeichnet wurde! In ihrer Arbeit befasst sie sich kritisch mit zeitgenössischer Kunst aus der Perspektive der Disability Studies sowie der Geschichte von Architektur und Design. Damit versucht sie für mehr Sichtbarkeit dieser Themen in Forschung und Lehre zu sorgen.

 

Der Preis wurde 2002 dank einer Spende der Scott Opler Foundation ins Leben gerufen und ehrt das Andenken an den verstorbenen Historiker für Renaissancekunst und -architektur. Stipendien in Höhe von jeweils bis zu 1.000 US-Dollar unterstützen Nachwuchswissenschaftler, deren Beiträge für die Präsentation auf der jährlichen internationalen Konferenz der SAH angenommen wurden. Obwohl es keine thematischen Einschränkungen gibt, müssen die Bewerber Nachwuchswissenschaftler sein, d. h. Personen, die unabhängig vom Alter ihren höchsten akademischen Grad (PhD) in Architekturgeschichte oder einer verwandten Disziplin vor weniger als fünf Jahren erworben haben.

Hannah Verteidigung Dissertation
Hannah Knoop verteidigt erfolgreich ihre Doktorarbeit "How to Design a Basic Human Right"

Am 24.04.2026 verteidigte Hannah Knoop erfolgreich ihr Promotionsprojekt am Karlsruher Institut für Technologie! Betreut wurde ihre Arbeit durch Prof. Dr. Georg Vrachliotis und Prof. Dr. Anna-Maria Meister und beschäftigt sich mit der Frage: Wie können Menschenrechte sich räumlich manifestieren?

 

Im Dezember 1982 veröffentlichte das UNHCR ein kleines blaues Buch mit 200 Seiten und 14 Skizzen – und schuf damit eines der bis heute einflussreichsten Dokumente im Bereich der humanitären Nothilfe. Diese Dissertation untersucht die erste Ausgabe des UNHCR Handbook for Emergencies als Wendepunkt: von einer kontextspezifischen, oft ad hoc organisierten Nothilfearchitektur hin zu einem zunehmend institutionalisierten, global agierenden Apparat. Im Mittelpunkt steht das Paradoxon der Standardisierung – denn das Handbuch etablierte paradoxerweise genau jene professionelle Standardisierung, die es gleichzeitig zu vermeiden suchte, während es ausdrücklich lokale, kontextspezifische Lösungen forderte und dazu aufrief: "Involve the refugees, whose home it will be."

Re-Evaluations in Feminism and Contemporary Art
Beitrag von Virginia Marano zur neu erschienenen Publikation "Re-Evaluations in Feminism and Contemporary Art"

Mit ihrem Beitrag "(Re)-Evaluating Artistic Norms and Temporalities: Feminist Perspectives in Contemporary Art.” ist Dr. Virginia Marano eine der 17 Autoren die die Gesamtheit der im Januar 2026 erschienenen Publikation "Re-Evaluations in Feminism and Contemporary Art" bilden. 

 

"It could be said all new research contains a “re-evaluation” of past work but these two volumes attempt a re-evaluation of feminist research in contemporary art as it has developed over the last 50 years in relation to different local/global dynamics and/or about certain artists, artworks or exhibitions. Feminism(s) aim was to interrogate existing histories and provide significant corrections to what constitutes “history”. The two volumes explore some of the ways feminism(s)’ challenges have changed museums’ curatorial practices, critical writing and art history and how feminism itself has been transformed over time and its presence in many locations. Feminism’s absence from the stories told today about the recent past and present of contemporary art represents a starting point for these essays to explore the different strategies that have been attempted in cultural and political terms and to offer fresh assessments..."

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Pop up wohnen arch+Arman Jeddi. Design: Albrecht Gäbel und Dan Solbach.
ARCH+ features 136: Pop-up Wohnen

In Hamburg stehen derzeit rund 882.000 Quadratmeter Büroflächen leer. Rechnet man diese Fläche auf die durchschnittliche Wohnfläche pro Person (38,7 Quadratmeter) um, könnte durch Umnutzung Wohnraum für rund 22.800 Menschen entstehen. Dieser einfache Gedanke war der Ausgangspunkt für das Projekt Pop-up Wohnen, das sich dem Paradox widmet, dass große Flächen an Büroraum ungenutzt bleiben, während sich zugleich der Mangel an bezahlbarem Wohnraum verschärft.

 

Zusammen mit dem Kollektiv vonwegenleer und Studierenden der HCU Hamburg realisierte V.-Prof. Sabine Hansmann im vergangenen Jahr ein Reallabor direkt in der Hamburger Innenstand. Im Rahmen des dazu gehörenden Entwurfskurses entstanden Fotografien von Arman Jeddi und Wohnethnografien der teilnehmenden Studierenden, die den Büroleerstand temporär bewohnt haben. Dieses Feature beschreibt die Durchführung des Projektes und eröffnet die paradoxe Gegenüberstellung von Wohnungsmangel und Büroleerstand. 


Gastredaktion: Leona Erdmann, Juli Sottorf, Emma Stiehle (vonwegenleer), V.-Prof. Dr.-Ing. Sabine Hansmann (Professur Architekturtheorie, KIT Karlsruhe)

 

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Bild Sabine NewsAnnette Koroll
New to the Team: V.-Prof. Dr. Sabine Hansmann

Nach einer Vertretungsprofessur and der HafenCity Universität Hamburg ist Sabine Hansmann nun Vertretungsprofessorin für Architekturtheorie am KIT Karlsruhe ab dem Sommersemester 2026. Sie ist Architekturtheoretikerin mit Lehr- und Forschungsschwerpunkten in den Bereichen Architekturanthropologie, Raumtheorien, Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) und feministische Science & Technology Studies (STS). Sie begreift Architektur als sozio-materielle Praxis und richtet den Fokus auf die Netzwerke und materiellen Prozesse, durch die Räume entstehen, geformt und transformiert werden. Zu ihren Methoden gehören u. a. die Architekturethnografie und experimentelle Design Research Ansätze wie Reallabore – zuletzt mit einem Pop-up Wohnprojekt in Hamburgs Innenstadt gemeinsam mit dem Kollektiv vonwegenleer.

Artikel Tom
How São Paulo regained one of the world’s greatest public spaces

Am 1. April ist der neue Artikel von Dr. Tom Wilkinson im Apollo Magazine erschienen. Er beschäftigt sich mit der Erweiterung des MASP, entworfen von Metro Arquitetos Associados, in São Paulo und der Frage welche Bedeutung diese für das Museum hat. 

 

"Museum extensions are a seemingly unstoppable phenomenon. In London, the National Gallery is planning a whole new wing, architects to be determined. MoMA is the undisputed global leader in this field, having now grown to occupy nearly an entire city block. Whether this expansionary zeal can be justified by the quality of the works they are currently unable to display remains to be seen. The new extension to the São Paulo Museum of Art (MASP) is part of this tendency but also departs from it in some important ways..."

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Virginia Event London 26032026
Misfits: Disability as Method through Objects' Private View and talk by Tony Heaton

Ein Abend mit exklusiver Vorab-Einführung zum Auftakt der Veranstaltung „Disabled Legacies: Beyond Access and Inclusion“ am 12.03.2026 von 17:00 - 19:30Uhr. Nehmen Sie an einer Führung durch die vom Paul Mellon Centre (PMC) präsentierte Ausstellung "Misfits: Disability as Method Through Objects" teil, kuratiert von Virginia Marano. Virginia steht für Fragen zur Verfügung und spricht über die Exponate und Ideen der Ausstellung. Im Anschluss folgt ein informeller Vortrag des Künstlers Tony Heaton, und der Abend endet mit einem Empfang.


„Misfits“ zeigt Kunstwerke von Sarah Biffin, Lorenza Böttner, Jesse Darling, Tony Heaton, Martha Ann Honeywell, Tom Olin, Donald Rodney, Michael Stahlberg und Kurt Weston. Die Ausstellung präsentiert Malerei, Skulptur, Fotografie, Film und Archivmaterial vom frühen 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Dieses Projekt wurde von Virginia Marano (Technische Universität Karlsruhe) im Rahmen der Frühjahrsausgabe von "What Is Research Now?" kuratiert.

 

Bei Fragen zur Barrierefreiheit oder zu den Veranstaltungsdetails senden Sie bitte eine E-Mail an events@paul-mellon-centre.ac.uk

 

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Unlearning History and TheoryakaMalo
Unlearning History and Theory - Decolonial Perspectives on Architectural History and Theory

Die öffentlichen Vorträge, die Teil eines vom Fachbereich Architektur-Theorie-Geschichte der RPTU-Universität Kaiserslautern-Landau organisierten Workshops sind, hinterfragen koloniale Machtverhältnisse, hegemoniale Strukturen sowie Ungleichheiten und Ausgrenzungen in Wissenssystemen und Bildungspraktiken und -institutionen.

Prof. Dr. Anna-Maria Meister wird in diesem Zusammenhang über "Institutionality and/or Radicality" von 16:45-17:30 sprechen.

 

Datum: Donnerstag, 12.03.2026, 13:00–20:00

Ort: Aedes, Christinenstr. 18–19, 10119 Berlin

Registrierung für die öffentlichen Vorträge: www.eventbrite.de

Das Event wird auf Englisch abgehalten. Eintritt frei.

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Metadata Ecologies
Metadata Ecologies

Vom 2. bis 4. März 2026 diskutieren Forschende am saai in Karlsruhe, wie langsame und algorithmische Metadaten die Wissensordnungen von Archiven prägen. Der Workshop fragt, wie Übersetzungsprozesse Bias verstärken oder aufbrechen – und was das für zukünftige „intelligente“ Archive bedeutet.

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